Interview mit Sabina Larcher, Direktorin der Pädagogischen Hochschule FHNW

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Welche schulischen Voraussetzungen sollte man für ein Studium an der Pädagogischen Hochschule mitbringen?

Der Zugang mit gymnasialer Matur ist sozusagen der Königsweg an die Pädagogische Hochschule: Damit stehen einem alle Bachelor-Studiengänge offen. Daneben hat man aber auch mit einer Fachmaturität Pädagogik prüfungsfreien Zugang zu den Studiengängen der Vorschulstufe und der Primarstufe.

Welche Fähigkeiten sollte man mitbringen, um als Lehrerin oder Lehrer arbeiten zu können?

Eine wichtige Voraussetzung für angehende Lehrerinnen und Lehrer ist die Freude am Erklären und Vermitteln, am Lehren und Lernen, am Lernprozess von Menschen. Sie sollten sich für verschiedene Inhalte begeistern können. Sie müssen bereit sein, sich die neuesten Erkenntnisse in Pädagogik, Didaktik und Fachwissenschaften anzueignen. Sie sollten selbständig, selbstbewusst und ausdauernd arbeiten wollen. Zudem schätzen sie die Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen in Schulhausteams, mit weiteren Bildungsfachleuten, Behörden und Eltern. Elementar für den Beruf ist auch, „neugierig“ zu bleiben und sich ständig weiterzubilden.

Was zeichnet die Ausbildung an einer Pädagogischen Hochschule aus und wie ist diese gestaltet?

Besonders am Studium an der Pädagogischen Hochschule ist, dass es sich gleichzeitig um ein wissenschaftliches Hochschulstudium und um eine Berufsausbildung handelt. Studierende erarbeiten sich Kenntnisse und Fähigkeiten in Fachdidaktiken, Fachwissenschaften, Erziehungswissenschaften und berufspraktischen Studien und dies immer in starkem Bezug auf die spätere Lehrtätigkeit. In verschiedenen Praktika erhalten sie die Gelegenheit, das Erlernte zu erproben und zu prüfen. In der Bachelor- resp. Master-Arbeit setzen sie sich mit einer praxisrelevanten Fragestellung auseinander. Die Regelstudiendauer für den Bachelor beträgt sechs und für den Master-Abschluss neun Semester. Nach Studienabschluss erhalten sie eine schweizweit gültige Lehrberechtigung und einen akademischen Abschluss.

Hat man während eines PH-Studiums auch die Möglichkeit, ein Austauschsemester zu absolvieren?

Je nach Hochschule ist das möglich. Das stetig wachsende Bildungsnetzwerk der Pädagogischen Hochschule FHNW bietet Studierenden verschiedene Möglichkeiten eines Austausches.

Welche Berufsmöglichkeiten bieten sich nach dem Studium?

Zuerst einmal bietet das Studium sehr gute Berufschancen. Eine Studie des Bundes zeigt auf, dass 99.3 Prozent der Absolvierenden einer Pädagogischen Hochschule ein Jahr nach Studium im Beruf tätig sind. Das ist eine sehr gute Quote. Mit einem Studium an einer PH können sie sich zur Fachperson für Bildung auf unterschiedlichen Stufen ausbilden lassen: Von der Vorschul- bis zur Gymnasialstufe und im Bereich Spezielle Pädagogik und Logopädie.

Welche Anschlussmöglichkeiten und berufliche Aufstiegsmöglichkeiten bietet die Ausbildung an einer Pädagogischen Hochschule?

Nach dem Berufseinstieg stehen Lehrpersonen viele interessante Laufbahn-Möglichkeiten offen. Sie können sich in verschiedenen Bereichen durch eine gezielte Weiterbildung spezialisieren, sei es in der Führung, im Qualitätsmanagement einer Schule oder in der Kulturvermittlung, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Auch Fach- oder Stufenerweiterungsstudien sind gute Entwicklungsmöglichkeiten. Daneben können sie auch eine akademische Laufbahn einschlagen und promovieren.

Was zeichnet Ihre Hochschule aus?

An der Pädagogischen Hochschule FHNW bieten wir ein komplettes Studienangebot über alle Stufen an: Von der Vorschul- und Unterstufe bis zur Gymnasialstufe sowie Logopädie und Sonderpädagogik. Daran anschliessend haben wir ein attraktives und breites Weitbildungsangebot: Von Schulleitungslehrgängen über Theaterpädagogik bis hin zu ICT-Kursen. Und ein wichtiges Detail für Studieninteressierte: alle unsere Studiengänge lassen sich flexibel absolvieren, somit ist es auch möglich, einer Teilzeitarbeit nachzugehen. Entsprechend verlängert sich natürlich die Studiendauer.

Zur Person:

Prof. Dr. Sabina Larcher ist Direktorin der Pädagogischen Hochschule FHNW. Sie unterrichtete während mehr als 13 Jahren an der Volksschule, war an der Universität Zürich tätig, wo sie zu Fragen des Berufseinstiegs von Lehrpersonen promovierte. Danach war sie Prorektorin für Weiterbildung und Forschung sowie stellvertretende Rektorin der PH Zürich.