Themen: , , , ,

Nina Curcio:
«Auf die Arbeit im Team würde ich nie verzichten»

Nina Curcio ist Lehrerin für Deutsch, Französisch, Theater an der Bezirksschule Baden

> Video dazu anschauen

«Vor der Klasse stehen wir als Lehrerinnen und Lehrer in der Regel alleine da. Umso wichtiger ist es mir, im Team zu arbeiten. An unserer Schule haben wir institutionalisierte Unterrichtsteams. In mindestens einem Team müssen wir dabei sein. Ich arbeite jedoch in mehreren Teams mit – wie übrigens die meisten Lehrerinnen und Lehrer an meiner Schule. Diese Teams bestehen aus zwei bis drei Lehrpersonen, welche dieselben Fächer unterrichten. Wir bereiten gemeinsam vor und tauschen uns aus. Auch in den Schulferien verbringe ich oft ganze Tage mit Kolleginnen und Kollegen, um den Unterricht vorzubereiten. Gemeinsam vorzubereiten bedeutet zwar manchmal mehr Arbeit, aber ich würde nie darauf verzichten wollen. Ich schätze den Austausch mit anderen Lehrerinnen und Lehrern sehr, denn so bekomme ich neue Ideen und Hilfestellungen, wenn ich Probleme habe. Insbesondere als sehr junge Lehrerin gleich nach dem Studium gaben mir diese Gespräche im Team immer wieder den nötigen Rückhalt und das Gefühl, nicht alleine dazustehen. Auch die Schulleitung hat ihre Türen immer offen und die Schulsozialarbeit ist im Haus, wenn wir die Unterstützung brauchen.

Warum ich mich für den Lehrerberuf entschieden habe? Mein Interesse für das Vermitteln von Wissen wurde schon früh geweckt. Als Primarschülerin habe ich meinen Kolleginnen und Kollegen die Aufgaben erklärt, während der Kantonsschule Nachhilfeunterricht gegeben. Es war für mich ein Erfolgserlebnis zu merken, dass ich den Stoff so erklären konnte, dass es der andere plötzlich verstanden hat. Ich habe einen Nachhilfeschüler von der 6. bis in die 9. Klasse begleitet und gesehen, welche Entwicklung er durch gemacht hat. Das hat mich fasziniert.

In den Praktika während meines Studiums wuchs das Interesse an der Bezirksschule immer mehr. Ich schätze die theoretischen Auseinandersetzungen mit den Schülerinnen und Schülern und die Möglichkeit, ein Fach zu vertiefen.

In meinem Beruf ist kein Tag wie der andere. Das gefällt mir. Die Arbeit mit den Jugendlichen ist nicht immer nur einfach, denn sie machen während ihrer Zeit in der Oberstufe eine grosse Entwicklung durch. Als Lehrerin muss ich die Fächer mögen, die ich unterrichte. Der Stoff muss mich selbst interessieren. Sonst kann ich mich nicht voll engagieren. Ausserdem spüren es die Schülerinnen und Schüler sofort, wenn man nicht mit Freude unterrichtet. Ich muss zu 100 Prozent präsent sein, wenn ich vor der Klasse stehe. An schlechten Tagen ist das nicht immer ganz einfach. Oft brauche ich viel Geduld und eine klare Linie ist mir wichtig. Gerne beziehe ich auch die Eltern mit ein und zwar nicht erst dann, wenn es Probleme gibt. Ich lade sie zum Beispiel zu Anlässen an der Schule ein. Der Leseabend, an dem die Schülerinnen und Schüler verschiedene Angebote rund um das Thema Buch nutzen können, ist zum Beispiel so eine Möglichkeit. So hat man Zeit, sich kennenzulernen.

Ich wohne nicht an meinem Arbeitsort, sondern pendle jeden Tag etwa eine halbe Stunde. Das ist mir sehr wichtig, denn die räumliche Distanz hilft mir, auch eine innere Distanz zu meiner Arbeit aufzubauen. Ich habe einen anspruchsvollen Beruf, der mich fordert. Wenn ich zu Hause bin, habe ich Feierabend und kann abschalten. Das ist auch der Grund, warum ich kaum etwas zu Hause vorbereite. Arbeitsort ist für mich die Schule.»