Porträt von Mathias Zumsteg

Themen: , , , ,

Mathias Zumsteg:
«Wir erfinden Schule täglich ein Stück weit neu»

«Nach meinem Studium zum Primarlehrer arbeitete ich einige Jahre als Klassenlehrer in einer Kleinklasse mit Jugendlichen, die Lern- und Verhaltensschwierigkeiten zeigten. Diese Arbeit machte mir enorm Freude. Es gelang mir gut, meine Schülerinnen und Schüler zu begeistern und zu motivieren, aber ich merkte mit der Zeit, dass ich noch viele offene Fragen hatte. Mich interessierten neue Lehr- und Unterrichtsformen, die meinen Schülerinnen und Schüler mit ihren besonderen Bedürfnissen besser gerecht würden. So entschied ich, den Master in Sonderpädagogik zu absolvieren. Dadurch eröffnet sich mir künftig auch ein breiteres Tätigkeitsfeld: Sonderpädagogen arbeiten nicht nur im schulischen sondern beispielsweise auch im Beratungsbereich.

Im Studium erhalte ich nebst dem theoretischen Wissen auch Einblicke in die verschiedenen praktischen Arbeitsfelder: Von der Spitalschule über integrativen Unterricht hin zu Heilpädagogischen Schulen und Beratungsstellen. Wir schauen gewissermassen über den „Tellerrand hinaus“: Das Studium ist sehr interdisziplinär. Im Beruf sind ja auch psychologische Kompetenzen, bildungssoziologisches Wissen und kommunikatives Feingefühl gefragt. Unsere Schülerinnen und Schüler sprengen gerne den Rahmen – wir bleiben innovativ und dürfen die Schule ein Stück weit täglich neu erfinden. Das macht den Beruf auch sehr abwechselnd.

Während meiner Praktika an einer Heilpädagogischen Schule und in integrativen Settings standen mir erfahrene Coaches zur Seite, die mir neue Impulse gaben, mich bekräftigten und unterstützten. Von ihrer konstruktiven Kritik und Authentizität konnte ich sehr viel profitieren.

Für mich ist es eine sinnvolle und erfüllende Aufgabe, neue Lösungen für Schülerinnen und Schüler zu finden, die andere Zugänge benötigen. Es ist schön zu sehen, wie sie an Selbstvertrauen gewinnen und Selbstwirksamkeit erfahren. Meine bisherigen Berufserfahrungen und das Studium haben mich auch auf persönlicher Ebene gelehrt, Geduld zu haben, in schwierigen Situationen die Ruhe zu bewahren und den Blick für die kleinen Fortschritte offen zu behalten.»